Aktuelle Aspekte bei der Verwaltung öffentlicher sozialer Dienste in Europa


Gute Führung und Leitung sind für die erfolgreiche Entwicklung und Umsetzung von staatlichen sozialen Diensten und zur Verwirklichung von besseren Ergebnissen für die Betroffenen unverzichtbar. Aufbauend auf den Diskussionen der Arbeitsgruppe zum Thema „Führung, Leistung und Innovation“ veröffentlicht das Europäische Soziale Netzwerk (ESN) seinen letzten Artikel in einer Reihe von vier Beiträgen über öffentliche Verwaltungsarbeit, in der die Herausforderungen und Chancen für Führungs- und Leitungskräfte des staatlichen Sozialwesens untersucht werden.


In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten stehen die Führungs- und Leitungskräfte des öffentlichen Sektors angesichts der erhöhten Nachfrage und der geringeren Ressourcen vor schwierigen Entscheidungen hinsichtlich der Etats und organisationellen Veränderungen. Daher ist es wichtig, sich auf die Qualitäten, Fähigkeiten und Unterstützung zu konzentrieren, die diese Führungskräfte zur Umsetzung von hochwertigen, nachhaltigen und effizienten Sozialleistungen benötigen. Wenn soziale Dienste Sozialleistungen eine positive Wirkung erzeugen sollen, müssen auf sämtlichen Ebenen gut geschulte Führungs- und Leitungskräfte vorhanden sein, die ihre Mitarbeiter inspirieren und teilhaben lassen, sich um die Bedürfnisse der Betroffenen kümmern, eine Zusammenarbeit zwischen den Sektoren fördern und die Ressourcen effektiv und effizient nutzen.


In diesem Beitrag werden die Auffassungen, Herausforderungen und Chancen für Führungs- und Leitungskräfte im Sozialwesen umrissen. Der Beitrag baut auf den etablierten Theorien der Führung und Leitung im öffentlichen Sektor auf, wobei die Bedeutung der Konzepte von Führung (der Festlegung und Vermittlung der Richtung, in die sich die Organisation bewegt) und Leitung (dem Prozess, der es einer Organisation ermöglicht, ihre Ziele unter Wahrung eines gleichmäßigen Maßes von Qualität zu erreichen) erörtert wird. Untersucht wird die Kultur des Lernens und der Weiterentwicklung von Führungs- und Leitungskräften des Sozialwesens unter Berücksichtigung von Beispielen aus Großbritannien und Österreich; ebenso werden die Herausforderungen erörtert, vor denen Führungs- und Leitungskräfte beim Umgang mit Veränderungen angesichts der Wirtschaftskrise stehen, und es werden Fragen der ethischen Grenzen sowie der Wichtigkeit von angemessener Unterstützung untersucht.


Außerdem werden im Beitrag die Erfahrungen von Direktoren und Führungskräften des Sozialwesens innerhalb der ESN-Arbeitsgruppe „Führung, Leistung und Innovation“ verdeutlicht. „Wenn ich Sozialamtsleiter in dieser Krise einen Rat erteilen könnte, wäre es, sich für die Idee einzusetzen, dass man noch immer etwas verändern kann. Mann muss sich auf seine Prioritäten – das öffentliche Interesse – zurückbesinnen und entsprechend handeln“, erklärt Marie-Paule Martin-Blachais, Generaldirektorin des Nationalen Beobachtungszentrums für gefährdete Kinder (ONED) in Frankreich.


Führung im öffentlichen Sektor ist mit der einzigartigen Verantwortung verbunden, die Werte der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenrechte mit konträren politischen und wirtschaftlichen Kräften zu vereinbaren und für eine klare Transparenz und Effizienz der öffentlichen Leistungen zu sorgen. Investitionen in eine Kultur des kontinuierlichen Lernens und Weiterentwickelns, in der sich die Führungs- und Leitungskräfte des Sozialwesens unterstützt fühlen, sind eine unabdingbare Voraussetzung, damit soziale Dienste auch in einer politisch und wirtschaftlich schwierigen Umgebung zu besseren Ergebnissen führen.


Wenn Sie mit Ihren Erfahrungen und Gedanken zu diesem Thema beitragen möchten, beteiligen Sie sich bitte in LinkedIn an unserer Diskussion über Führung und Leitung im Sozialwesen.


Die Berichtsreihe „Aktuelle Probleme bei der Verwaltung öffentlicher Sozialleistungen in Europa“ baut auf der Arbeit der ESN-Arbeitsgruppe zum Thema „Führung, Leistung und Innovation“ auf; beschrieben werden vier zentrale Herausforderungen für Sozialamtsleiter und führende Fachkräfte in ganz Europa: Reaktion auf Wirtschaftskrise und Sparmaßnahmen; Innovation, Forschung und evidenzbasierte Praxis; Zusammenarbeit mit Bildung, Gesundheit und Arbeit: die gemeinsamen Ziele erkennen; Führung und Leitung im Sozialwesen.