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Am 17. Februar hat der ESN-Geschäftsführer Alfonso Lara Montero in Brüssel an den vorbereitenden Maßnahmen für eine Konferenz zur Kindergarantie teilgenommen. Während dieses Treffens bot sich die Gelegenheit, die Position des ESN zur geplanten Europäischen Kindergarantie vorzustellen und zu erläutern, wie diese unter Einbeziehung der öffentlichen Träger sozialer Dienstleistungen praktisch umgesetzt werden kann.

Im Zuge der Finanzkrise ist die Nachfrage nach sozialer Unterstützung gestiegen, wobei sich die sozialen Dienste entweder darauf fokussieren müssen, ihre Ressourcen für die am dringendsten Bedürftigen bereitzuhalten, um schnell auf schwierige Situationen reagieren zu können, oder sie lenken ihre Ressourcen um und wenden sich unmittelbaren Bedürfnissen wie beispielsweise einer zunehmenden Obdachlosigkeit von Familien zu. Trotz einer gewissen Rückkehr zu wirtschaftlicher Prosperität, hat sich der Bedarf an Unterstützungsangeboten nicht verringert, insbesondere weil Risiken für Kinder zugenommen haben. Die Wirksamkeit und der Erfolg der Kindergarantie hängt stark davon ab, dass ihre Umsetzung auf allen Ebenen der Betreuung und Versorgung gewährleistet wird.

Bisher ist die Verantwortung für die Umsetzung der Kindergarantie nicht klar geregelt. Die öffentlichen sozialen Dienste kümmern sich bereits um den Schutz von Kindern, allerdings vor allem um die am stärksten Benachteiligten. Um zu gewährleisten, dass die Angebote ganzheitlich und auf das Wohl des Kindes ausgerichtet sind, müssen die sozialen Dienste in die Diskussionen über die geplante Kindergarantie einbezogen werden. Sie müssen auch an den Entscheidungsprozessen darüber beteiligt werden, wie die Angebote entwickelt, erbracht und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit evaluiert und wie Kinder beteiligt werden sollen. Dafür bedarf es gemeinsamer Anstrengungen, um die sozialen Dienste und die Verantwortlichen auf mittlerer Ebene zu erreichen und in die Diskussionen einzubinden.

„Die Machbarkeitsstudie zur Kindergarantie konzentriert sich auf die Schaffung politischer Unterstützung. Gleichzeitig sollten jene Führungskräfte einbezogen werden, die darüber entscheiden, welche Angebote finanziert werden. Wenn die Synergien zwischen den sozialen Diensten verstärkt werden, sodass ganzheitliche und umfassende Maßnahmen für besonders gefährdete Gruppen von Kindern ergriffen werden können, lassen sich die Akzeptanz und der Austausch von Wissen verbessern, die Umsetzung der zukünftigen Kindergarantie gewährleisten und deren Nachhaltigkeit stärken.“ Alfonso Lara Montero, ESN-Geschäftsführer

Letztlich wird jedwede Form der Kindergarantie einen Fahrplan benötigen, wie sie umgesetzt werden soll. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Umsetzung einer Kindergarantie stärkere Synergien zwischen den sozialen Diensten erfordert, um ganzheitliche und umfassende Maßnahmen zum Schutz und zur Betreuung von gefährdeten Gruppen von Kindern zu entwickeln. Der Zugang sollte im Rahmen einer integrierten Strategie gewährleistet werden, wie sie in der Empfehlung der Kommission von 2013 vorgeschlagen wird, was insbesondere den Zugang zu angemessenen Ressourcen, zu hochwertigen Sozialleistungen, die sich am Wohl des Kindes orientieren, und zu einem wirksamen Kinderschutz umfasst.

Darüber hinaus müssen Richtlinien und Indikatoren, die sich an den tatsächlichen Ergebnissen für die Kinder orientieren, so entwickelt werden, dass die Kindergarantie umgesetzt und ihre Wirkung gemessen werden kann. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die langfristigen Ergebnisse für besonders bedürftige Kinder zu verfolgen. Ein Erfolg könnte beispielsweise darin bestehen, dass jedes Kind in einer Familie lebt. Besondere Maßnahmen und Indikatoren für Kinder, die alternative Betreuungsmöglichkeiten benötigen, könnten sich darauf beziehen, Programme zur Aufnahme in Pflegefamilien und Aufklärungskampagnen zu entwickeln, um so schließlich die Zahl der Pflegeeltern für besonders gefährdete Kinder wie Kinder mit Behinderungen oder unbegleitete Minderjährige zu erhöhen. Die Verbesserungen sollten letztlich das widerspiegeln, was für Kinder und Jugendliche wichtig ist. Aus diesem Grund ist es entscheidend, die Initiative gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen zu bewerten, die selbst entsprechende Angebote in Anspruch nehmen.