Im Mittelpunkt dieses Workshops des Europäischen Sozialen Netzwerks (ESN) standen gefährdete junge Menschen im Alter von 18 bis 25 Jahren unter besonderer Berücksichtigung von jungen Erwachsenen mit psychischen Problemen, aus ehemaligen Pflegeverhältnissen oder mit Migrationshintergrund. Referenten aus ganz Europa analysierten die Praxis bei der Planung und Umsetzung koordinierter Strategien und Leistungen für Bildung, Arbeit und Soziales auf kommunaler Ebene.


Den Rahmen des Workshops bildeten die verschiedenen Formen von Bildung, Schulung und Arbeit in den einzelnen EU-Mitgliedstaaten; einige Referenten schilderten Vergleiche zwischen verschiedenen europäischen Ländern, während andere Einblicke in nationale, regionale oder kommunale Aspekte lieferten. Gemeinsames Merkmal der verschiedenen Vorträge war eine starke Betonung der Rolle der Behörden sowie der verschiedenartigen Beteiligung der kommunalen sozialen Träger.


Die Einbeziehung gefährdeter junger Erwachsener in Bildung und Ausbildung


Bildung und Ausbildung wurden als wichtige Faktoren für die Jugendförderung und bessere Ergebnisse auf dem Arbeitsmarkt bezeichnet. Zu Beginn des Workshops wurden die europäischen Politiken untersucht, die für junge Menschen im Rahmen der Strategie „Europa 2020“ relevant sind. Die Referenten betonten die Wichtigkeit von kommunalen Partnerschaften für Jugendliche zur Gewährleistung von Schulabschlüssen, des Übergangs in Ausbildungsverhältnisse und des Erhalts von beruflichen Bildungsnachweisen.


Pedro Cunha vom portugiesischen Bildungsministerium lieferte eine europaweite Perspektive des frühzeitigen Abbruchs von Bildungs- oder Ausbildungsverhältnissen sowie der dafür verantwortlichen Faktoren und möglichen Antworten, einschließlich einer Verlängerung der Lernzeiten und individuell zugeschnittener Lehrpläne.


Matthias Schulze-Böing vom deutschen Bundesnetzwerk Jobcenter ging auf den überproportionalen Anteil junger Erwachsener mit Migrationshintergrund unter den Sozialhilfeempfängern in der Stadt Offenbach ein und beschrieb einen Ansatz des Netzwerk-Managements sowie ein kommunales Überwachungssystem zur Nachverfolgung der Übergänge.


Hilfe beim Übergang von der Schule in die Arbeitswelt und Umsetzung der Jugendgarantie


Übergangsphasen sind wichtige Lebensabschnitte – das gilt vor allem für den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt. Vor diesem Hintergrund verdeutlichten Praxisbeispiele die Rolle der öffentlichen Träger bei der Bereitstellung von maßgeschneiderter Unterstützung zum Finden und Behalten einer Arbeitsstelle. Ein wichtiges Thema der Sitzung war die Anpassung und Umsetzung der Unterstützung für junge Erwachsene mit komplexen Bedürfnissen.


Ulrike Storost von der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration der Europäischen Kommission erläuterte die Umsetzung des Jugendgarantieprogramms und stellte verschiedene Pilotprojekte vor. Eines davon war ein Pilotprojekt für Unternehmertum im spanischen Galicien, wo junge Menschen erfolgreich in die Arbeitswelt integriert werden konnten.


Martin Lebègue von der Bezirksverwaltung Pas-de-Calais in Frankreich stellte die „Garantie Jeunes“ als Beispiel für eine Umsetzung der europäischen Jugendgarantie auf kommunaler Ebene vor. Er betonte die Bedeutung der Wohnungs- und Finanzautonomie für junge Menschen, die aus Pflegeverhältnissen entlassen werden.


Charlene Mullan von der Bildungsbehörde Nordirland (Großbritannien) schilderte, wie wichtig eine gegenseitige Unterstützung für sie als Betroffene war.


Während der Diskussionen wurde die Bedeutung eines integrierten Ansatzes für Bildung, Arbeit und Soziales betont, und es wurde klar, dass koordinierte Leistungen besser auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten sind. Das ESN hat die Integration von Leistungen zum zentralen Thema seines Arbeitsprogramms 2015 gemacht, in das es für Jugendliche relevante Praktiken integriert.